Die Michaeliskirche in Katensen mit Friedhof

Seit Jahrhunderten gehört auch Katensen zur Kirchengemeinde Uetze. Der Straßenname "Uetzer Kirchweg" erinnert noch heute an die Zeit vor dem Kirchenbau, als die Katenser zum Gottesdienst nach Uetze fahren - oder laufen - mussten. Erst seit 1967 haben die Katenser ihre eigene Kirche.

Kirche mit Doppelfunktion

Die Planungen, neben dem Friedhof der damals noch eigenständigen Gemeinde Katensen eine Kapelle zu errichten, begannen bereits 1965. Hand in Hand mit der Uetzer Kirchengemeinde und ihrem damaligen Pastor Otfried Gelin gelang es den Katensern unter Federführung des Bürgermeisters Otto Santelmann und des Katenser Kirchenvorstehers Otto Schrader, den Bau einer kombinierten Friedhofskapelle und Gottesdienststätte insbesondere aus den folgenden Gründen voranzutreiben:

  1. Auf dem kommunalen Katenser Friedhof gab es keine Möglichkeit zur Aufbahrung der Verstorbenen und zur Durchführung von Trauerfeiern. Bis zur Fertigstellung der Michaeliskirche fanden die Trauerfeiern in den Häusern statt, wo die Verstorbenen auch aufgebahrt wurden.
  2. Die Einwohnerzahl in Katensen hatte sich nach dem Krieg insbesondere durch Zuzug vieler Flüchtlinge nahezu verdoppelt und stieg weiter an. Daraus erwuchs der Wunsch nach einer eigenen Gottesdienststätte.

Die Baukosten von 186.000 Mark teilten sich die Gemeinde Katensen (60.000 DM), die Kirchengemeinde Uetze (40.000 DM) sowie die Landeskirche Hannovers (80.000 DM). Die verbliebenen Kosten wurden über Spenden getragen. Das 800 Quadratmeter große Grundstück stellte die Gemeinde Katensen bereit. Die Architekten Hornbostel und Brocke aus Lehrte übernahmen die Planung und Bauleitung.

Mit ihrem Namen soll die Doppelfunktion als Gottesdienststätte und Friedhofskapelle zum Ausdruck gebracht werden: Der Erzengel Michael galt im Mittelalter sowohl als Patron der Kirchen als auch der Sterbenden. Das vom Uetzer Grafiker Günter Radtke entworfene Wappen der Kirche symbolisiert den Namen der Kirche sowie ihre Doppelfunktion: Der Drache vor dem Kreuz steht nach biblischer Symbolik für den Sieg des Erzengels Michael über den Teufel (Symbol für das Böse) in Gestalt eines Drachen. ( Offb 12,7-9)

Am 29. September 1967 (Michaelistag) wurde die neue Kirche durch Landessuperintendent Peters gemeinsam mit Pastor Gelin und Pastor Böhlke (Hänigsen) in einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten

Für 184.000 € musste die Michaeliskirche in den Jahren 2002 bis 2004 in mehreren Bauabschnitten aufwändig renoviert werden. Insbesondere mussten die folgenden Erhaltungsmaßnehmen durchgeführt werden:

  1. Neuanstrich des Mauerwerks
  2. Austausch der vom Holzbock befallen Balken in der Fensterfront
  3. Aufwändige Entsorgung des schadhaften Asbestdaches und Neueindeckung der Kirche