1863
Das wohl älteste Foto aus Uetze von 1863 zeigt den Beginn der Bauarbeiten. Der instabile Turm und die östliche Rückwand sind bereits abgetragen.
1897
1897 erhielt die Kirche neue Buntglasfenster im Altarraum. Die Mosesstatue und die Taufkrone aus der 1837 abgerissenen Kirche, die den großen Uetzer Brand auf dem Dachboden des Junkernhofes überlebt hatten, wurden restauriert und in der renovierten Kirche wieder angebracht.
1924
Die Kirche bekommt zwei neue Glocken, nachdem die gr0ße Glocke am Anfang des ersten Weltkrieges beschlagnahmt worden war, um den Metallhunger der Kriegsmaschinerie zu stillen. Die verbliebene kleine Glocke fand sieben Jahre später Verwendung in der neu gebauten Friedhofskapelle. Ein Jahrzehnt später wurde auch sie für das Töten im 2. Welkrieg entfernt
1962
Das innere der Kirche, so wie es sich nach 1897 bis zur Renovierung 1963 zeigte.
1963
Kirchenrenovierung 1963
1968
Die Schaper-Orgel wird von der Firma Hillebrand, Altwarmbüchen saniert.
1973
Die 160 Jahre alte Schieferbedeckung des Kirchturms wird erneuert, da herabfallende Schieferplatten die Gottesdienstbesucher und Passsanten gefährden.
Im Folgejahr wird auch das 160 Jahre alte Dach des Kirchenschiffes neu eingedeckt.
1998
1. Bauabschnitt: Turmrenovierung
1998
1. Bauabschnitt: Neue Fenster
2000
2. Bauabschnitt: Innenrenovierung
2002
3. Bauabschnitt: Orgelrenovierung
2013
Die 50 Jahre alte Deckenbeleuchtung wird gegen ein modernes, steuerbares Lichtsystem ausgetauscht.
2017
Auch die veraltete Altarraumbeleuchtung von 1963 wird durch ein modernes LED-System mit Fußbodenstrahlern ersetzt.

Die Baugeschichte der Uetzer Kirche

Die heutige Kirche von C. W. Hase

Seit Jahrhunderten prägt unsere Johannes-der-Täufer-Kirche mit ihrem weithin sichtbaren, schiefergedeckten Turm das Uetzer Ortsbild. Schon seit dem Mittelalter steht an dieser Stelle im Zentrum des Ortes eine Kirche. Das heutige Gebäude wurde von 1864 bis 1867 von Conrad Wilhelm Hase unter Verwendung der alten Bruchsteinmauern des 1863 niedergebrannten Vorgängerbaus errichtet.

Der für Hase typische neogotische Baustil zeigt sich äußerlich vor allem am Backsteinchor im Osten, mit dem der berühmte Konsistorialbaumeister die Kirche gegen den anfänglichen Widerstand des Uetzer Kirchenvorstands erweiterte. Auch im Inneren ist Hases Handschrift unverkennbar: Den "rechteckigen, von glatten Mauern geschlossenen ... freien kahlen Raum" des Vorgängerbaues gliederte Hase durch Backsteinsäulen und spitzbögige Arkaden in ein Mittelschiff und zwei Seitenschiffe. Diese Maßnahme diente nicht nur der Verschönerung, sondern sollte auch die Akkustik verbessern, die im hallenartigen Vorgängerbau mit einem "wie ein großer Resonanzkörper wirkenden" Brettergewölbe nach Hases Einschätzung nicht optimal gewesen sein soll.

Die alten, wohl aus dem 17. Jahrhundert stammenden Turmmauern, die trotz ihrer Baufälligkeit den Flammen widerstanden hatten, mussten auf Hases Betreiben abgetragen und unter Verwendung der alten Bruchsteine auf einem stabilen Fundament neu gemauert werden. Bei einer Untersuchung des alten Turmfundamentes hatte Hase zuvor eine folgenreiche Bausünde der ersten Erbauer des Turms festgestellt, die das Fundament ohne Bindemittel trocken aufgemauert und nur mit Sand verschlemmt hatten, was schon frühzeitig, wahrscheinlich schon während der Bauzeit, zu Rissen im Mauerwerk führte.

Die neue Orgel fertigte der Hildesheimer Orgelbauer Heinrich Schaper an. Die Glocken kamen aus der Hildesheimer Glockengießerei Radler.

Superintendent Freytag aus Sievershausen weihte die neue Kirche am 22. Juli 1867 feierlich ein, wohl seine letzte Amtshandlung in Uetze, da unsere Kirchengemeinde wenig später vom Kirchekreis Sievershausen zum Kirchenkreis Burgdorf wechselte.

Die drei Vorgängerbauten:

Vor dem Bau der heutigen Johannes-der-Täufer-Kirche durch Conrad Wilhelm Hase standen an gleicher Stelle drei Vorgängerbauten:

Die Mittelalterliche Kapelle

Über die mittelalterliche Kapelle, die erstmals 1289 in einer Urkunde genannt wird, aber zu diesem Zeitpunkt schon eine unbestimmte Zeit gestanden haben dürfte, gibt es weder Abbildungen noch Beschreibungen.

Die Nachreformatorische Kirche

Das genaue Baujahr dieser Kirche ist nicht überliefert. Bekannt ist nur das Baujahr des Kirchturms im Jahr 1618. Die einzige Abbildung dieses Vorgängerbaus liefert uns der Uetzer Merianstich von 1654. Eine kurze Beschreibung aus dem Jahr 1734 von Pastor Christiani zeigt, dass die Kirche zu diesem Zeitpunkt bereits zu klein für die gewachsene Gemeinde und schon recht baufällig war. Christianis Wunsch nach einer größeren Kirche wurde jedoch erst über hundert Jahre später umgesetzt:

Die niedergebrannte Kirche von Ludwig Hellner

Unter der Leitung des Konsistorialbaumeisters Friedrich August Ludwig Hellner wurde die kleine, baufällige Kirche abgetragen und durch eine größere Kirche ersetzt, die bereits 26 Jahre nach ihrer Fertigstellung den Flammen des großen Uetzer Brandes zum Opfer fiel. Die Bruchsteinmauern unserer heutigen Kirche sind die sichtbaren Reste dieses Vorgängerbaus. Das bekannte Gemälde von der ausgebrannten Kirche während des Besuchs des Königs Georg V sowie eine detaillierte Beschreibung der Kirche durch den damaligen Uetzer Pastor Schreiber sind die wichtigsten Zeugnisse dieses Gebäudes.

Größere Baumaßnahmen und Sanierungen:

1897: Neue Buntglasfenster und alte Kunstgegenstände

Unter der Leitung des von Hase empfohlenen Architekten Jacob aus Hannover wird die Kirche 30 Jahre nach der Fertigstellung überwiegend von Uetzer Handwerkern renoviert. Der damals amtierende Pastor Lütkemann führt in seiner 1898 erschienenen Uetzer Chronik die folgenden Maßnahmen auf:

  • Vier Uetzer Malermeister führen gemeinsam umfangreiche Malerarbeiten durch.
  • Die Kirche erhält zwei Öfen, aufgestellt vom Uetzer Meister Grotewold.
  • Schmiedemeister Immohr übernimmt die Herstellung der 42 schmiedeeisernen Wandleuchten.
  • Die Maurermeister Oetzel und Homann erbauen Windfänge an den beiden Seitentüren, wofür Meister Stolte das Gerüst stellt.
  • Die drei bunten Fenster im Chor werden von der hannoverschen Glasmalerei Henning & Andres gestaltet.
  • Drei Kunstgegenstände aus dem nachreformatorischen Kirchenbau, die auf dem Dachboden des Junkernhofes den Brand überdauert hatten, weil sie im niedergebrannten Vorgängerbau nicht wieder verwendet worden waren, werden restauriert und wieder aufgehängt:
    - Die Mosesstatue
    - die 1666 vom Patron gestiftete Taufkrone
    - Das Gemälde Johannes des Täufers

1963: Die Kirche wird hell

100 Jahre nach dem Uetzer Brand wird die Johannes-der-Täufer-Kirche für 148.270,86 DM umfangreich renoviert:

  • Die Kirche bekommt unter dem Turm einen neuen Haupteingang.
  • Die Sakristei wird vom südlichen Chor in den Sockel des Turms verlegt.
  • Die Nordempore mit der Patronatsprieche im Nordflügel des Chors wird auf die Länge der Südempore um zwei Joche verkürzt.
  • Die Orgelempore wird auf das ursprüngliche Maß zurückgebaut.
  • Eine neue Ölheizung wird eingebaut.
  • Eine neue Beleuchtung und ein elektrisches Glockenwerk werden installiert.
  • Die Kanzel wird von der rechten auf die linke Seite verlegt.
  • Der alte Farbanstrich wird durch schlichtes Weiß ersetzt.

Die Bauleitung übernimmt der Baubeauftragte des Kirchenkreises, Architekt Hornbostel, der drei Jahre später auch den Bau der Michaeliskirche in Katensen begleitet.

1973: Neue Dächer

Das über hundert Jahre alte Schieferdach des Kirchturms muss erneuert werden. Herunterfallende Schieferschindeln aufgrund durchgerosteter Nägel hatten zuvor zu einer eineinhalb Jahre langen Sperrung des Haupteingangs geführt.

Im Folgejahr wird auch das ebenso alte Dach des Kirchenschiffs neu eingedeckt.

1998 - 2002: Sanierung in drei Phasen

In drei Bauabschnitten wird die Kirche von 1998 bis 2002 umfassend renoviert:

  1. Bauabschnitt 1998:
    - Am Bruchsteinmauerwerk des Turms werden die ausgewaschenen Fugen ausgebessert, da herabfallende Mörtelteile zur Gefahr für Bauwerk und Gottesdienstbesucher werden,
    - Die alten Bleiglasfenster müssen vollständig erneuert werden. - Die erneuerten Buntglasfenster werden durch vorgesetzte Plexiglasscheiben gegen den zunehmenden Vandalismus geschützt.
  2. Bauabschnitt 2000-2001:
    - Wände und Decken werden neu gestrichen,
    - Die Bänke werden runderneuert und dabei ein Mittelgang geschaffen, ein Plan, der bereits 1963 angedacht war, aber aus Kostengründen zunächst fallengelassen wurde
  3. Bauabschnitt 2002:
    - Die Orgel wird renoviert
Mittelalter
So könnte die Uetzer Kapelle ausgesehen haben. Als Vorlage für die Zeichnung von Günter Radtke aus der Uetzer Chronik von Dorothea und Günter Radtke diente eine Skizze zu einem Prozess um den Weg zum Kirchhof von 1635 (vgl. Radtke: Chronik Uetze, S. 78)
16. Jh. - 1837
Die einzige Abbildung des nachreformatorischen Uetzer Kirchengebäudes ist auf dem Merian-Stich von 1654 überlefert. Im Vordergrund links ist der Junkernhof, Wohnsitz des Kirchenpatrons von Lüneburg, zu erkennen.
1837 - 1863
Auch von dem Hellner'schen Kirchenbau von 1837, der schon 25 Jahre nach seiner Einweihung den Flammen des großen Uetzer Brandes zum Opfer fiel, gibt es nur dieses eine Bild.
1867
Unsere heutige Johannes-der-Täufer-Kirche.