Geschichtlicher Überblick über unsere Kirchengemeinde

1215
Bis zur Hildesheimer Stiftsfehde (1519 - 1523) war der Hildesheimer Bischof Lehnsherr des Uetzer Rittergutes, dem auch das Uetzer Kirchlehen zugesprochen war. In der Urkunde bestätigt Bischof Hartbert die Ablösung der Kapelle in Bröckel von der Mutterkirche Wienhausen, was unter anderem vom Uetzer Priester Conradus bezeugt wird.
In einer am 15. August 1215 in Bröckel ausgestellten Urkunde des Hildesheimer Bischofs Hilbertus wird erstmalig ein Priester in Uetze als Zeuge erwähnt: "Conradus sacerdos de Utessem"
1289
So könnte die Uetzer Kapelle ausgesehen haben. Als Vorlage für die Zeichnung von Günter Radtke aus der Uetzer Chronik von Dorothea und Günter Radtke diente eine Skizze zu einem Prozess um den Weg zum Kirchhof von 1635 (vgl. Radtke: Chronik Uetze, S. 78)
Erstmalig wird auch eine Kapelle in Uetze urkundlich erwähnt.
1313
Urkunde vom 21.12.1313:
'Johannes de Stedere, famulus, verkauft für 6 Mark bremischen Silbers seinen Hof in Uetze der Kirche St. Johannes daselbst.'
Zum ersten Mal wird am 21. Dezember 1313 das Patrozinium der Kirche, "St. Johannes der Täufer", in einer Urkunde genannt. Ein Leibeigener (famulus) verkauft der Uetzer Kirche seinen Hof.
vor 1534
Herzog Ernst der Bekenner - Gemälde aus der Werkstatt Lucas Cranach des Älteren
Unter Fürst Ernst dem Bekenner wird ab 1527 im Fürstentum Lüneburg noch zu Lebzeiten Martin Luthers die Reformation. durchgeführt. Der erste evangelische Pastor in Uetze ist Stephan Günther.
1562
Die Kirche erhält einen hölzernen Glockenturm.
1618
Auf dem Merian-Stich von 1654 ist der Kirchturm von 1618 zu erkennen.
Zu Beginn des 30-jährigen Krieges bekommt die Uetzer Kirche einen neuen Kirchturm aus Stein.
1650
Der Gutsherr vom Junkernhof und Patron der Kirche, Friedrich von Lüneburg, stiftet der Kirche zwei Jahre nach dem Ende des 30-järigen Krieges eine kleine Orgel mit überwiegend hölzernen Pfeifen. Auch die Bezahlung des Organisten, der gleichzeitig Küsterdienste versieht, wird vom Patron übernommen (jährlich 10 Reichstaler).
1666
Diese Taufkrone wurde vor dem Abriss der Kirche 1837 auf dem Dachboden des Junkernhofs abgelegt und in der neuen Kirche nicht wieder aufgehängt. So überstand sie 1863 den großen Uetzer Brand.
Der Patron stiftet der Kirche einen Taufstein mit Messingbecken und die heute noch verwendete hölzernen Taufkrone.
1734
In einem Register des Uetzer Pfarrers H. C. Christiani werden neben Uetze auch Abbeile (5 Häuser), Benrode (2 Höfe), Catensen (16 Häuser), Dahrenhorst (2 Höfe), Wackerwinkel (3 Häuser) und Kötjemühle (1 Mühle) als zur Pfarre zugehörige Orte aufgeführt. Im gleichen Register gibt Christiani an, dass die Kirche baufällig und zu klein für die Gemeinde ist: 64 Fuß (ca 18,7 m) lang und 27,5 Fuß (= ca 8 m) breit.
1826
An der Feldstraße (heute Nordmannstraße) wird ein neuer Friedhof angelegt, der den alten Friedhof rund um die Kirche ersetzt.
bis 1837
Die baufällige und zu kleine Kirche weicht einem größeren Neubau aus Sandstein nach Plänen des Konsistorialbaumeisters Friedrich August Ludwig Hellner: Länge 82 Fuß (24 m), Breite 60 Fuß (17,5 m).
1863
König Georg V besucht die ausgebrannte Kirche nach dem Uetzer Brand. Dieses Gemälde ist das einzige Bild des Vorgängerbaus.
Dem großen Uetzer Brand fällt auch die erst 26 Jahre zuvor neu errichtete Kirche zum Opfer.
1863 - 1867
Das wohl älteste Foto aus Uetze von 1863 zeigt den Beginn der Bauarbeiten. Die östliche Rückwand ist bereits abgetragen.
Nach Plänen des Konsistorialbaumeisters Conrad Wilhelm Hase wird die zerstörte Kirche wieder aufgebaut und durch neugotische Backsteinelemente erweitert. Sie wird 1867 durch den Superintendenten aus Sievershausen, der bis 1867 auch für die Uetzer Kirchengemeinde zuständig war, feierlich geweiht.
1868
Das Pfarrhaus um 1900 in seinem ursprünglichen Zustand.
Auch die anderen kirchlichen Gebäude - Pfarrhaus, Küsterhaus, Pfarrscheune und Schule - sind nach Plänen von Conrad Wilhelm Hase im für ihn typischen neogotischen Stil fertiggestellt.
1868
Die Kirchengemeinde wird dem Kirchenkreis Sievershausen entzogen und dem Kirchenkreis Burgdorf unterstellt.
1897
Die Kirche wird renoviert. Unter anderem erhält sie
- eine Heizung
- die drei bunten Fenster im Chor, hergestellt von Henning und Andres, Hannover
- die alte Moses-Statue und ein Bild Johannes des Täufers, Kunstgegenstände aus dem Vorgängerbau.
1909 - 1910
Konfirmanden 1965 vor dem Eingang zu den Gemeindesälen
In die bisherige Pfarrscheune werden zwei Gemeindesäle für insgesamt 3032,50 Mark eingebaut.
1911
Die Kirchengemeinde erwirbt 20 Morgen Land für 525 Mark zur Anlage eines neuen Friedhofs außerhalb des Dorfes.
1924
Das Foto vom 18.3.1924 zeigt den Einbau der neuen Glocke.
Die Kirche erhält am 18.3.1924 zwei neue Glocken, nachdem die große Glocke im ersten Weltkrieg abgegeben werden musste. Die verbliebene kleine Glocke wurde 7 Jahre später in der Friedhofskapelle eingebaut.
1931
Das Foto von 1931 zeigt die Friedhofskapelle kurz nach der Fertigstellung. Der Dachreiter mit der Glocke ist zu erkennen.
Auf dem neuen Friedhof wird die Friedhofskapelle erbaut. In der Mitte des Daches befindet sich zunächst ein kleiner Glockenturm, in dem bis zum 2. Weltkrieg die alte Kirchenglocke ihren Dienst tat, die der Kirchengemeinde im ersten Weltkrieg verblieben war.
1963
  • Die Kirche bekommt unter dem Turm einen neuen Haupteingang.
  • Die Sakristei wird vom südlichen Chor in den Sockel des Turms verlegt.
  • Die Nordempore wird im Chor und dem davor liegenden Joch beseitigt.
  • Die Orgelempore wird auf das ursprüngliche Maß zurückgebaut.
  • Eine neue Ölheizung wird eingebaut.
  • Eine neue Beleuchtung und ein elektrisches Glockenwerk werden installiert.
  • Die Kanzel wird von der rechten auf die linke Seite verlegt.
  • Der alte Farbanstrich wird durch schlichtes Weiß ersetzt.
Die Johannes-der-Täufer-Kirche wird umfangreich renoviert.
1965
Urkunde vom 21.12.1331:
'Johannes de Stedere, famulus, verkauft für 6 Mark bremischen Silbers seinen Hof in Uetze der Kirche St. Johannes daselbst.'
Der Kirchenvorstand beschließt, der Kirchengemeinde wieder den aus dem Mittelalter überlieferten Namen 'Johannes der Täufer' zu geben, der nach der Reformation in Vergessenheit geraten war. Pastor Gelin hatte den alten Namen im Zuge der Kirchenrenovierung 1963 in einer Urkunde aus dem Jahr 1313 entdeckt und die Namensgebung veranlasst.
1966 - 1967
Die Michaeliskirche nach der Fertigstellung des Dachstuhls
In Katensen wird die Michaeliskirche gebaut und am Michaelistag feierlich eingeweiht.
Die Orgel wird von der Firma Hillebrand aus Altwarmbüchen saniert.
1970
Beginn der Bauarbeiten. Links ist schon der neue Eingang zu erkennen, rechts sieht man noch die alten Scheuneneingänge.
Die alte Pfarrscheune wird zu einem Gemeindehaus mit großem Gemeindesaal umgebaut.
1972
Das Pfarrhaus 2 in der Schmiedestraße, die ehemalige Spar- und Darlehenskasse, wurde erst einige Jahre nach der Einrichtung einer zweiten Pfarrstelle erworben. In den ersten Jahren wohnte der erste Stelleninhaber der 2. Pfarrstelle, Pastor Wiesenfeldt, mit seiner Familie in der Heinrichstraße.
Wegen der stark angestiegenen Gemeindegliederzahl wird in Uetze eine zweite Pfarrstelle eingerichtet.
1973
Zeitungsartikel vom 23.08.1973
Der baufällige Kirchturm wird restauriert und neu eingedeckt.
1998 - 2002
  1. Bauabschnitt 1998:
    Sanierung des Turms, Erneuerung der Fenster
  2. Bauabschnitt 2000-2001:
    Neuer Innenanstrich, Schaffung eines Mittelgangs
  3. Bauabschnitt 2002:
    Renovierung der Orgel
Die Uetzer Kirche wird in drei Phasen renoviert.
2007
Günter und Dorothea Radtke unterschreiben das Gründungsdokument des Fördervereins.
Unter der Schirmherrschaft des Ehepaars Radtke wird am 2.12.2007 der Förderverein 'Kirche gestalten, Gebäude erhalten' gegründet, um die Unterhaltung der kirchlichen Gebäude unserer Kirchengemeinde zu unterstützen.
2019
19.04.2019
Das historische Gemeindehaus von Conrad Wilhelm Hase wird abgerissen, um Platz für das neue Kirchenzentrum zu schaffen.