Geschichte unsere Kirchengemeinde im Überblick
Bis zur Hildesheimer Stiftsfehde (1519 - 1523) war der Hildesheimer Bischof Lehnsherr des Uetzer Rittergutes, dem auch das Uetzer Kirchlehen zugesprochen war. In der Urkunde bestätigt Bischof Hartbert die Ablösung der Kapelle in Bröckel von der Mutterkirche Wienhausen, was unter anderem vom Uetzer Priester Conradus bezeugt wird.

1215: In einer am 15. August in Bröckel ausgestellten Urkunde des Hildesheimer Bischofs Hilbertus wird erstmalig ein Priester in Uetze als Zeuge erwähnt: „Conradus sacerdos de Utessem“

1289: Erstmalig wird auch eine Kapelle in Uetze urkundlich erwähnt.

Urkunde vom 21.12.1313:
„Johannes de Stedere, famulus, verkauft für 6 Mark bremischen Silbers seinen Hof in Uetze der Kirche St. Johannes baptiste daselbst.“
Die Figur Johannes des Täufers erinnert seit 1987 an diesen überlieferten Namen, den unsere Kirche seit 1965 wieder trägt.
vgl. Aust u. a.:, S. 185, ohne Beleg

1313: Zum ersten Mal wird am 21. Dezember 1313 das Patrozinium der Kirche, „St. Johannes der Täufer“, in einer Urkunde genannt. Ein Leibeigener („famulus Johannes de Stedere“) verkauft der Uetzer Kirche „St. Johannis baptiste" seinen Hof.

Herzog Ernst der Bekenner - Gemälde aus der Werkstatt Lucas Cranach des Älteren

vor 1534: Unter Fürst Ernst dem Bekenner wird ab 1527 im Fürstentum Lüneburg noch zu Lebzeiten Martin Luthers die Reformation. durchgeführt. Der erste evangelische Pastor in Uetze ist Stephan Günther.

So könnte die Uetzer Kapelle ausgesehen haben. Als Vorlage für die Zeichnung von Günter Radtke aus der Uetzer Chronik von Dorothea und Günter Radtke diente eine Skizze zu einem Prozess um den Weg zum Kirchhof von 1635 (vgl. Radtke: Chronik Uetze, S. 78)

1562: Die Kirche erhält einen hölzernen Glockenturm.

Auf dem Merian-Stich von 1654 ist der Kirchturm von 1618 zu erkennen.

1618: Zu Beginn des 30-jährigen Krieges bekommt die Uetzer Kirche einen neuen Kirchturm aus Stein.

Auch die Bezahlung des Organisten, der gleichzeitig Küsterdienste versieht, wird vom Patron übernommen (jährlich 10 Reichstaler).

1650: Der Gutsherr vom Junkernhof und Patron der Kirche, Friedrich von Lüneburg, stiftet der Kirche zwei Jahre nach dem Ende des 30-järigen Krieges eine kleine Orgel mit überwiegend hölzernen Pfeifen.

Diese Taufkrone wurde vor dem Abriss der Kirche 1837 auf dem Dachboden des Junkernhofs abgelegt und in der neuen Kirche nicht wieder aufgehängt. So überstand sie 1863 den großen Uetzer Brand.

1666: Der Patron stiftet der Kirche einen Taufstein mit Messingbecken und die heute noch verwendete hölzernen Taufkrone.

  • Abbeile: 5 Häuser
  • Benrode: 2 Höfe
  • Catensen: 16 Häuser
  • Dahrenhorst: 2 Höfe
  • Wackerwinkel: 3 Häuser

Der Familiengrabstein des Pastors Christiani steht noch heute vor der Kirche.

1734: Pastor Christiani zählt im Corpus Bonorum neben Uetze auch Abbeile, Benrode, Catensen, Dahrenhorst, Wackerwinkel und Kötjemühle (1 Mühle) als zur Pfarre zugehörige Orte auf. Im gleichen Register gibt Christiani an, dass die Kirche baufällig und zu klein für die Gemeinde ist: 64 Fuß lang und 27,5 Fuß breit.

Der alte Friedhof wurde von 1826 bis 1911 betrieben und ist heute eine kleine Parkanlage.

1826: An der Feldstraße (heute Nordmannstraße) wird ein neuer Friedhof angelegt, der den alten Friedhof rund um die Kirche ersetzt.

So könnte die Kirche nach der Beschreibung von Pastor Schreiber ein Jahr vor dem Brand ausgesehen haben. Wer sich einen optischen Eindruck von diesem nur 25 Jahre genutzten Vorgängerbau verschaffen möchte, sollte einmal die Kirche in Meine (Kreis Gifhorn) besichtigen, eine "Kopie" der niedergebrannten Uetzer Kirche: Hellner errichtete dort im Auftrag der Kirchengemeinde Meine 1853 nach den Plänen für seinen 16 Jahre zuvor in Uetzer errichteten Kirchenbau die St. Stephani-Kirche.

bis 1837: Die baufällige und zu kleine Kirche weicht einem größeren Neubau aus Sandstein nach Plänen des Konsistorialbaumeisters Friedrich August Ludwig Hellner: Länge 82 Fuß (24 m), Breite 60 Fuß (17,5 m).

König Georg V besucht die ausgebrannte Kirche nach dem Uetzer Brand. Dieses Gemälde ist das einzige Bild des Vorgängerbaus.

1863: Dem großen Uetzer Brand am 21. April 1863 fällt auch die erst 26 Jahre zuvor neu errichtete Kirche und die umliegenden kirchlichen Gebäude zum Opfer.

Das wohl älteste Foto aus Uetze von 1863 zeigt den Beginn der Bauarbeiten. Die östliche Rückwand ist bereits abgetragen.

1863 - 1867: Nach Plänen des Konsistorialbaumeisters Conrad Wilhelm Hase wird die zerstörte Kirche wieder aufgebaut und durch neugotische Backsteinelemente erweitert. Sie wird 1867 durch den Superintendenten aus Sievershausen, der bis 1867 auch für die Uetzer Kirchengemeinde zuständig war, feierlich geweiht.

Das Pfarrhaus um 1900 in seinem ursprünglichen Zustand.

1868: Auch die anderen kirchlichen Gebäude - Pfarrhaus, Küsterhaus, Pfarrscheune und Schule - sind nach Plänen von Conrad Wilhelm Hase im für ihn typischen neogotischen Stil fertiggestellt.

1868: Die Kirchengemeinde Uetze wechselt vom Kirchenkreis Sievershausen zum Kirchenkreis Burgdorf.

Die erste Renovierung der Kirche 30 Jahre nach der Einweihung zu Zeiten des Dorfchronisten Pastor Lüttkemann bescherte der Kirche die neuen Buntglasfenster im Chor, hergestellt von Henning und Andres, Hannover.
Die Mosesstatue und die Taufkrone aus dem vor 1837 abgerissenen Kirchenbau hatten den großen Uetzer Brand auf dem Dachboden des Junkernhofes überdauert, weil man für sie in der niedergebrannten Hellnerkirche keine Verwendung mehr gefunden hatte.

1897: Die Kirche wird renoviert. Unter anderem erhält sie eine Heizung und drei bunte Fenster im Chor.

Konfirmanden 1965 vor dem Eingang zu den Gemeindesälen

1909 - 1910: In die bisherige Pfarrscheune werden zwei Gemeindesäle für insgesamt 3032,50 Mark eingebaut.

Der neue Friedhof, Eltzer Weg 2, wird seit 1911 genutzt

1911: Die Kirchengemeinde erwirbt 20 Morgen Land für 525 Mark zur Anlage eines neuen Friedhofs außerhalb des Dorfes.

Das Foto vom 18.3.1924 zeigt den Einbau der neuen Glocke.

1924: Die Kirche erhält am 18.3.1924 zwei neue Glocken, nachdem die große Glocke im ersten Weltkrieg abgegeben werden musste. Die verbliebene kleine Glocke wird 7 Jahre später in der neuen Friedhofskapelle eingebaut.

Das Foto von 1931 zeigt die Friedhofskapelle kurz nach der Fertigstellung. Der Dachreiter mit der Glocke ist zu erkennen.

1931: Auf dem neuen Friedhof wird die Friedhofskapelle erbaut. In der Mitte des Daches befindet sich zunächst ein kleiner Glockenturm, in dem bis zum 2. Weltkrieg die alte Kirchenglocke ihren Dienst tat, die der Kirchengemeinde im ersten Weltkrieg verblieben war.

  • Die Kirche bekommt unter dem Turm einen neuen Haupteingang.
  • Die Sakristei wird vom südlichen Chor in den Sockel des Turms verlegt.
  • Die Nordempore wird im Chor und dem davor liegenden Joch beseitigt.
  • Die Orgelempore wird auf das ursprüngliche Maß zurückgebaut.
  • Eine neue Ölheizung wird eingebaut.
  • Eine neue Beleuchtung und ein elektrisches Glockenwerk werden installiert.
  • Die Kanzel wird von der rechten auf die linke Seite verlegt.
  • Der alte Farbanstrich wird durch schlichtes Weiß ersetzt.

1963: Die Johannes-der-Täufer-Kirche wird umfangreich renoviert.

Urkunde vom 21.12.1331:
'Johannes de Stedere, famulus, verkauft für 6 Mark bremischen Silbers seinen Hof in Uetze der Kirche St. Johannes daselbst.'

1965: Der Kirchenvorstand beschließt, der Kirchengemeinde wieder den aus dem Mittelalter überlieferten Namen 'Johannes der Täufer' zu geben, der nach der Reformation in Vergessenheit geraten war. Pastor Gelin hatte den alten Namen im Zuge der Kirchenrenovierung 1963 in einer Urkunde aus dem Jahr 1313 entdeckt und die Namensgebung veranlasst.1

Die Michaeliskirche nach der Fertigstellung des Dachstuhls

1966 - 1967: In Katensen wird die Michaeliskirche gebaut und am Michaelistag feierlich eingeweiht.

1968: Die Orgel wird von der Firma Hillebrand aus Altwarmbüchen saniert.

Beginn der Bauarbeiten. Links ist schon der neue Eingang zu erkennen, rechts sieht man noch die alten Scheuneneingänge.

1970: Die alte Pfarrscheune wird zu einem Gemeindehaus mit großem Gemeindesaal umgebaut.

Das Pfarrhaus 2 in der Schmiedestraße, die ehemalige Spar- und Darlehenskasse, wurde erst einige Jahre nach der Einrichtung einer zweiten Pfarrstelle erworben. In den ersten Jahren wohnte der erste Stelleninhaber der 2. Pfarrstelle, Pastor Wiesenfeldt, mit seiner Familie in der Heinrichstraße.

1972: Wegen der stark angestiegenen Gemeindegliederzahl wird in Uetze eine zweite Pfarrstelle eingerichtet.

  1. Bauabschnitt 1998:
    Sanierung des Turms, Erneuerung der Fenster
  2. Bauabschnitt 2000-2001:
    Neuer Innenanstrich, Schaffung eines Mittelgangs
  3. Bauabschnitt 2002:
    Renovierung der Orgel

1998 - 2002: Die Uetzer Kirche wird in drei Phasen renoviert.

Günter und Dorothea Radtke unterschreiben das Gründungsdokument des Fördervereins.

2007: Unter der Schirmherrschaft des Ehepaars Radtke wird am 2.12.2007 der Förderverein 'Kirche gestalten, Gebäude erhalten' gegründet, um die Unterhaltung der kirchlichen Gebäude unserer Kirchengemeinde zu unterstützen.

19. April 2019

2019: Das historische Gemeindehaus von Conrad Wilhelm Hase wird abgerissen, um Platz für das neue Kirchenzentrum zu schaffen.

4. Oktober 2020

2020: Im Rahmen des Erntedankgottesdienstes wird das neu errichtete Kirchenzentrum (KiZ) eingeweiht.