Karin Lawrenz wurde nach 28 Jahren als Diakonin in unserer Gemeinde verabschiedet

Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit. (Psalm 104,27)

Karin Lawrenz wurde in einem Gottesdienst am 19.06.2022 von Superintendentin Sabine Preuschoff in den Ruhestand verabschiedet. Sie war dann über 28 Jahre Diakonin in unserer Kirchengemeinde. Kindergottesdienst, Arbeit für Flüchtlinge, Sozialfonds sind Stichworte, die in den letzten Jahren die Arbeitsinhalte von Karin Lawrenz maßgeblich geprägt haben.

Liebe Karin, womit hat denn deine Arbeit in Uetze eigentlich begonnen?

Oh, das ist ja schon lange her. Schwerpunkt meiner Tätigkeit war damals die Arbeit mit Kindern, Familien und Frauen. Familiengottesdienste, Kinderfreizeiten, Kindergruppen und bald dann auch die Kinderkirche habe ich mit vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden geplant und durchgeführt. Hinzu kam die Arbeit mit Frauen beim Frauenfrühstück und bei Frauengottesdienst zu unterschiedlichen Themen. In den letzten 10 Jahren habe ich immer mehr im diakonischen Arbeitsfeld gemacht. Das ist auch nötig, denn für diese Aufgaben müssen hauptamtlich Mitarbeitende der Kirchengemeinde vorhanden sein.

Damals hatte Kirche noch einen ganz anderen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Die Mitgliederzahlen der Kirchengemeinde lagen deutlich über den heutigen Zahlen. Spiegelt sich diese geänderte Bedeutung von Kirche eigentlich auch in deiner Arbeit wider?

Ja, klar. Die Veranstaltungen und Gottesdienste, die wir heute planen, müssen wesentlich mehr auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet sein. Die Teilnahme an kirchlichen Veranstaltungen ist nicht mehr selbstverständlich. Das hat ja auch Vorteile, weil diejenigen, die kommen, ein wirkliches Interesse haben und das gilt für alle Altersgruppen. Wir machen auch viel mehr Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Ich finde es gut, immer wieder neue Formen, Orte und Methoden auszuprobieren. Dann klappt zwar manchmal nicht alles perfekt, aber es macht mehr Spaß und wir können miteinander überraschend schöne Momente erleben.

Du hast in den Jahren Arbeit nicht nur in unserer Kirchengemeinde geleistet, sondern auch darüber hinaus. Reicht es denn nicht, diakonisch am eigenen Ort zu arbeiten?

Eigentlich reicht das diakonische Engagement nie aus. Vor Ort in der Kirchengemeinde habe ich immer wieder Projekte initiiert und begleitet. Die Hausaufgabenhilfe für GrundschülerInnen, die Arbeit mit Geflüchteten, den Sozialfonds für Kinder und Jugendliche, die Corona-Hilfen Uetze und den LernRaum für GrundschülerInnen in Zusammenarbeit mit der Grundschule Uetze.

Im Kirchenkreis Burgdorf bin ich Vorsitzende des Diakonieausschusses. Dort habe ich mich dafür eingesetzt, dass die nötigen personellen und finanziellen Ressourcen für die diakonische Arbeit bereitgestellt werden. Für die diakonische Arbeit in Uetze hatte das den Vorteil, dass ich viele Informationen über die diakonische Arbeit in anderen Kirchengemeinden und in der Landeskirche bekommen habe und Kontakte knüpfen konnte, die sehr hilfreich bei der Entwicklung von Konzepten und für Antragstellungen von Fördermitteln waren.

Du liebst den Garten. Welche Pflanzen (gern auch im übertragenen Sinne) wird denn die Rentnerin Karin Lawrenz aufziehen?

Eine Wildblumenwiese! Mein Mann und ich wohnen in Dedenhausen. Im Dorf gibt es seit mehreren Jahren eine Zukunftswerkstatt, die ich moderiere. Das macht Spaß, weil sich dort die unterschiedlichsten Menschen engagieren. Am 26. Juni planen wir ein großes Fest zum Thema Klima- und Naturschutz.

Apfelbäume möchte ich auch pflegen. Vor ein paar Wochen bin ich auf die Leiter gestiegen und habe das erste Mal einen Apfelbaum beschnitten. Auf der einen Seite gehören Mut und Entschlossenheit dazu und auf der anderen Seite ein guter Blick für das Nötige und Machbare. Diese Fähigkeiten hoffe ich auch selbst weiterentwickeln zu können als neu gewählte Ratsfrau der Gemeinde Uetze.

Die Überschrift zu dem Interview ist aus dem Psalm 104 der 27ste Vers.

Dieser Vers ist mir sehr wichtig und ich denke, dass er meinen Blick auf Menschen widerspiegelt. Ich verstehe ihn so: Jeder Mensch braucht Nahrung für den Körper aber auch für die Seele. Bekommt er sie, dann kann er an Leib und Seele wachsen. Ich hoffe einfach, dass ich darauf geachtet habe, dass es Menschen gutgeht - auch miteinander gutgeht. Das ist natürlich nicht überall und zu jeder Zeit möglich. Manchmal werden auch alle Lebensgrundlagen zerstört. Das erleben wir ja gerade mit dem Krieg in der Ukraine. Trotzdem verbindet viele Menschen über alle Grenzen hinweg diese Sehnsucht , dass genug für alle zur rechten Zeit da ist.

Vielen Dank für das Interview.